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Zukunft zu haben bedeutet vor allem, aus seiner Vergangenheit lernen zu können

Nach dem guten Abschneiden Emmanuel Macrons im ersten Wahlgang der französischen Präsidentenwahlen ist die Wahrscheinlichkeit, daß Marine Le Pen Präsidentin Frankreichs wird sehr gering geworden.
Sie war aber auch vorher nicht so hoch, daß man jetzt vor Erleichterung in die Luft springen müßte. Wahrscheinlich hat nur die so gut wie sichere Aussicht auf ein Weiter-So die dahin dämmernden „Eliten“ sowie Bankster und Spekulanten in Euphorie versetzt.

Denn mehr ist nicht zu erwarten.

Was nährt die Hoffnung, daß mit Macron an der Spitze Frankreichs alles besser wird? Bisher gibt es nicht die geringsten Anzeichen dafür. Sein Programm dürfte Frankreich kaum auf die Beine helfen. Noch dazu müßten für seine Umsetzung erst noch Mehrheiten gefunden werden. Die wird es nur für Gegenleistungen geben, mit denen nach aller Erfahrung noch mehr Probleme geschaffen würden.

Die Überschrift dieses Beitrags ist ein Satz von Prof. Querulix, eine Mahnung an diejenigen, die entgegen aller Erfahrung glauben, man könne sich waschen, ohne naß zu werden.

Prof. Querulix, „Tacheles" Bd. 7, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 9,95 Euro

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Die Europäische Union driftet immer weiter auseinander und die Währungsunion kommt nicht aus der Krise heraus, solange die beteiligten Länder vollkommen unterschiedliche Auffassungen von vernünftiger Geld-, Sozial- und Haushaltspolitik haben. Solange dort nicht einig gehandelt wird – und daß ist so gut wie unwahrscheinlich, weil die Schuldigen nur nach dem Portemonnaie der Deutschen schielen, statt ihre unbequemen Hausaufgaben zu machen – werden die Europäische Union und vor allem die Währungsunion langsam aber sicher weiter erodieren. Wird sich unter Macron daran etwas ändern? Wohl eher nicht. Denn auch sein Programm sieht vor, daß die Deutschen vor allem Zahlmeister der Union werden. Das wird gründlich schiefgehen. Denn auch in Deutschland nimmt die Unzufriedenheit mit der Politik und ihren Ergebnissen zu. Deutschland braucht sein Geld für die überfällige Herstellung sozialer Gerechtigkeit.

Die Mitglieder der Europäischen Union eint vor allem die Tatsache, daß die beteiligten Länder auf dem europäischen Kontinent liegen In allen anderen wichtigen Kriterien für ein stabiles einiges Europa gibt es mehr oder weniger große Differenzen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Das einzige, was wir momentan sicher voraussehen können, ist eine große und umfassende Krise mit unvorhersehbaren Folgen – nicht nur Europas, sondern der ganzen Welt.

Wie die Krise ausgehen wird, ist vollkommen ungewiß. Aber „Zukunft ist das, was wir mit den Mitteln, die uns die Vergangenheit gab, in der Gegenwart gestalten können.“ (Prof. Querulix) Europa kann nicht zusammenphantasiert werden, der Weltfrieden auch nicht. Frieden und Wohlstand müssen mit den Mitteln gebaut werden, die zur Verfügung stehen. Anderes zu versuchen ist nicht nur Selbsttäuschung, sondern ein gefährliches Experiment. Was Europa angeht, ist weniger mehr. Nicht heute schon Sprünge machen wollen, die erst in Generationen vorbereitet werden müssen, sondern dort zusammenzuarbeiten, wo es allen Beteiligten heute schon ohne Selbstverleugnung möglich ist und wo sie es für sinnvoll oder gar notwendig erachten. Dabei müssen alle Staaten ihre Probleme prinzipiell selbst lösen und dürfen nicht nach dem – auf Kosten der ärmsten 20 Prozent – gut gefüllten Portemonnaie Deutschlands schielen. Was Deutschland angeht, ist neben den Auswirkungen der EZB-Politik das größte Problem die sich unaufhörlich verstärkende soziale Schieflage. Dafür wird das von den Deutschen gemeinsam erarbeitete Geld gebraucht und nicht zur Lösung der Probleme, die Politiker in anderen Ländern verschuldet haben.

Wenn die einen notorisch mehr Geld ausgeben als sie einnehmen und ungehemmt Schulden machen, während die anderen sogar an ihrer Zukunft sparen wollen, dann sollen sie es tun. Aber auf eigenes Risiko und eigene Kosten. Eine gemeinsame Währung kann es für sie dann nicht geben und eine gemeinsame Kasse schon gar nicht. Ein Zusammenschluß mit vergemeinschafteten Finanzen bräuchte ein hohes Maß an Übereinstimmung in den Mentalitäten und Lebensgewohnheiten, in den Temperamenten und Grundeinstellungen zum Dasein. Das Vertrauen, daß die einen nicht nur auf Kosten der anderen wirtschaften wollen, ist dazu unerläßlich. Davon sind wir aber noch Lichtjahre entfernt. Die Euphorie der Träumer schafft auf der Basis dieser Tatsache ebenso wenig ein einiges Europa wie der Vereinheitlichungswahn der Bürokraten.

Es sieht leider bisher nicht danach aus, daß die „Eliten“ fähig wären, mit den Mitteln, die nach allen Fehlern aus der Vergangenheit noch zur Verfügung stehen, etwas Gescheites für Europa anzufangen. Zumal die ganze Welt immer mehr in Unordnung gerät und nicht zuletzt auch vom Wurmfraß der Bankster und Finanzhaie geschwächt auf die Zukunft zu taumelt.

Die Politik der EZB ist nicht nur erfolglos, sondern für die wirtschaftliche, soziale und politische Zukunft Europas geradezu desaströs. Die Politiker sollten jetzt endlich aufwachen und die Herrschaft über die Bankster und das Geld zu Gunsten des Allgemeinwohls in die eigenen Hände nehmen wie es ihre Pflicht als gewählte Volksvertreter ist. Solange das Geld regiert, hat Europa keine Chance, der großen Mehrheit seiner Bürgerinnen und Bürgern ein würdiges, vor Armut und Elend geschütztes Leben zu bieten. Wenn Europa nicht zugrunde gehen soll, braucht es Politiker, endlich kapieren, daß sie a l l e n ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger verantwortlich sind und nicht nur der Minderheit, der der größte Teil Europas gehört.

Damit Europa (auf lange Sicht) funktioniert braucht es eine allmähliche Angleichung und Vereinheitlichung auf verschiedenen Gebieten. Dabei darf aber nichts überstürzt werden, wenn man keine Ängste schüren möchte. Machen wir uns nichts vor: Europa vom gegenwärtigen Flickenteppich in die Vereinigten Staaten von Europa zu verwandeln wird viele Generationen in Anspruch nehmen. Man kann aber kleine Schritte tun, zum Beispiel Freihandel treiben, eine gemeinsame Streitmacht aufbauen, die Bildungssysteme so angleichen, daß Schüler und Studenten leichter zwischen ihnen wechseln können. Auch offene Grenzen und Freizügigkeit sind machbar, wenn auch wegen der zunehmenden Kriminalität Grenzkontrollen notwendig sind. Schließlich könnte Europa auch in der Außenpolitik eng zusammenarbeiten.

Man muß die gemeinsamen Interessen definieren und sie nutzen, um als Europäer mit der übrigen Welt zu kommunizieren. Man kann aber getrost darauf verzichten, alles zu vereinheitlich, was vereinheitlicht werden kann, obwohl das gar nicht – oder nur im Interesse von Lobbys – notwendig wäre. Europa darf für seine Mitglieder nicht zur Zwangsjacke werden. Jede Nation soll aus sich das machen können, was sie kann. Sie soll nicht an dem gemessen werden (und sich auch selbst nicht daran messen wollen), was andere können oder tun. Es wird auch in hundert Jahren noch keine einheitlichen Lebensverhältnisse in allen europäischen Ländern geben. Dauerhafte Alimentation einiger Länder durch andere wäre ein Spaltpilz für Europa. Wer das nicht aushält, muß dorthin auswandern, wo er seiner Ansicht nach besser leben kann, dann aber auch die Anforderungen akzeptieren, die dort an ihn gestellt werden.

Politik ist allzu oft nicht mehr als ein kurzsichtiges Gerangel um Macht und Geld. Auf dieser Basis läßt sich weder ein stolzes und selbstbewußtes Europa aufbauen noch seine globale Bedeutung stärken. Wenn dann nebenbei nur die Bürokratie wächst, fragen sich Bürger und Bürgerin, was sie davon haben.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Tun und Lassen der Menschentiere und dokumentiert seine Beobachtungen in der eBook-Reihe „Tacheles“. 7 Bände sind bis heute erschienen. Der jüngste: Band trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

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Prof. Querulix, „Tacheles" Bd. 7, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 9,95 Euro
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Prof. Querulix, „Tacheles - zeitlos.zeitkritische Beobachtungen und Kommentare", bishere 7 Bände mit je ca. 180-280 S., je 9,95 Euro
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27.04.2017 08:41

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