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proConcept AG zu Lebensversicherungen: Insolvenzen nicht ausgeschlossen

LV-Doktor: Angst vor Altersarmut 16.06.2016, Zug/Halle: Das Horrorszenario der Altersarmut treibt die Deutschen um, wie die proConcept AG und deren angegliedertes Netzwerk LV-Doktor stetig bei ihrer täglichen Arbeit erleben.
Dass selbst Abschlüsse einer vorsorglichen Lebensversicherung diese Befürchtungen nicht beheben, belegen die andauernden negativen Entwicklungen der Zinsmärkte. Die Ratingagentur Moody´s hält in ihrer beurteilenden Prognose nun sogar Insolvenzen schwächerer Versicherer für möglich.

LV-Doktor sieht Studie von Moody´s mit Sorge

In ihrer aktuellen Studie warnt die Ratingagentur Moody´s vor Risiken für Lebensversicherer, die deren Existenz bedrohen können. Denn die Lage auf dem Finanzmarkt der Lebensversicherungen ist schwierig, was sich aufgrund der Niedrigzinsen in absehbarer Zeit nicht ändern wird.
Somit minimieren sich die Gewinne und die Versicherungen versuchen dies mit - für Versicherungskunden - unattraktiven neuen Policen zu kompensieren. Höhere Anlagerisiken und minimale Garantiezinsen müssen demnach von den Versicherungskunden getragen werden.
"Es ist schwieriger, den Kunden die neuen Produkte zu erklären. Bisher hat man gesagt, es gibt folgende Garantie. Jetzt muss man das ganze Produkt erläutern", urteilte Benjamin Serra, einer der Analysten der Erhebung.
Folglich und nachvollziehbar schließen immer weniger Sparer eine neue Lebensversicherung ab, was die erwirtschafteten Zinseinnahmen weiter schmälert.
Außerdem sieht die Agenturstudie eine Gefahr für schwächer aufgestellte Lebensversicherer. Deren mögliche Zusammenbrüche könnten das Ansehen der Branche entkräften und das Neugeschäft der anderen beeinflussen. Diese Szenerie sei aber nur im schlimmsten Fall anzunehmen. Generell gehe die Prognose von einem positiven Umgang der Versicherer mit dem Risikoprofil aus. "Unsere Grundannahme ist derzeit näher am Best-Case-Szenario, aber die Risiken sind groß", so die Meinung der Studie.

Renditen im Sinkflug

Immer weiter fallende Renditen und die mangelhaften Reserven der Versicherer beobachten die Fachanwälte des Netzwerks LV-Doktor schon seit Jahren sorgenvoll. Die aktuelle Beurteilung der Agentur Moody`s birgt indes wenig Material, um diese Bedenken realistisch zu zerstreuen.
"Das Modell der Auffanggesellschaft Protektor und der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) ist nicht in der Lage, drohende Insolvenzen oder Zahlungsschwierigkeiten von mehreren Versicherungsgesellschaften aufzufangen. Und die Möglichkeit der Zahlungsunfähigkeit ist wegen der schwachen Zinsmärkte durchaus gegeben", argumentiert Jens Heidenreich, der Pressesprecher der proConcept AG. Diese Meinung vertritt auch das Gremium für Systemrisiken der Europäischen Zentralbank in Frankfurt in einer Einschätzung im vergangenen Jahr.
Die Abwärtsspirale zeigt sich deutlich an nackten Zahlen. Gab es im Jahr 1994 noch rund 4 Prozent Zinsen, sind es seit 2015 nur noch maximal 1,25 Prozent für Neuverträge. Das zeigt einen Einbruch von über 30 Prozent, der Versicherer und Versicherungskunden gleichermaßen belastet. Auch Altverträge spüren signifikante Einbußen, denn hier ist der Zins auf den Sparanteil schon unter 3 Prozent gefallen. Die Zeichen stehen hierbei auf weiterhin sinkender Tendenz.

Verantwortung der Lebensversicherer

"Selbst die Auflagen für die Versicherer, zur Bildung von abfederndem Eigenkapital, verlieren durch Solvency II an Kraft. Damit haben sie für bestehende Verträge eine 16-jährige Übergangsfrist. Zeit, in der viel geschehen kann", bemängelt Heidenreich das so oft gelobte Sicherungssystem.


"Das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) schützt den Kunden auch nicht ausreichend, denn es erlaubt erhebliche Kürzungen im Falle einer Insolvenz. Das sind Lasten für Versicherungskunden, die eine hohe Verantwortung der Versicherer voraussetzt. In der Praxis sehe ich diese jedoch nicht", führt er weiter aus.
Die BaFin gesteht den Versicherern ein, dass die Lage an den Finanzmärkten schwierig ist. Es fehlen beträchtliche 12 Milliarden Euro an eigenen Mitteln. Daher wurde solch eine ausgedehnte Übergangsfrist zur Bildung von Rücklagen eingeräumt - die im Notfall der Auszahlung des Rückkaufswertes von Lebensversicherungen dienen sollen.
Allerdings kritisieren Verbraucherschützer und die Aufsichtsbehörde, dass die Lebensversicherer nicht dazu übergehen intern zu sparen, um die von Kunden investierten Beiträge für die Zukunft verantwortungsvoll mit abzusichern. Letztlich sollten sich die Kunden gut überlegen ob diese sich wirklich darauf einlassen wollen auch zukünftig auf die positive Entwicklung des Lebensversicherungsvertrages zu vertrauen und zu hoffen dass der von ihm gewählte Versicherer einer der wenigen sein wird, die den Tornado überstehen. Immer mehr Lebensversicherer stellen ihr Neugeschäft ein, damit sind auch die Bestände nicht sicherer geworden sondern dünnen sich zunehmend aus.

Weitere Informationen unter http://www.proconcept.ag

Video zu dieser Pressemitteilung:

17.06.2016 12:37

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