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Die Grenzen der Schönheit – Ethik in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie

München, 26.06.2009 - Die Ästhetisch-Plastische Chirurgie hat in den letzten 25 Jahren einen außergewöhnlichen Aufschwung und eine Enttabuisierung erlebt. „Die so genannte Schönheitschirurgie ist demokratisch geworden und steht heute jedem Patienten offen“, sagt Dr. med.
Hans Wolfgang Hörl, Facharzt für Ästhetisch-Plastische Chirurgie in München. „Das hat durchaus auch problematische Folgen: Viele Patienten kommen heute nicht mehr aus einem zutiefst inneren Bedürfnis heraus oder weil sie sehr unter einer physischen Unzulänglichkeit leiden, sondern weil sie sich durch eine Operation dem überall präsenten vermeintlichen Schönheits-Idealbild annähern wollen.“ In Zeiten von „Germany’s Next Topmodel“, in denen langbeinige Schönheiten mit makellosen Gesichtern in Medien und Werbung allgegenwärtig sind und sich zugleich die Möglichkeiten zur Korrektur des eigenen Erscheinungsbildes deutlich ausgeweitet haben, geraten manche Menschen geradezu in eine Art Gruppenzwang.

Vor allem junge Menschen, deren Persönlichkeit noch nicht so gefestigt ist, lassen sich leicht beeinflussen. Da sie die Tragweite eines operativen Eingriffs noch nicht vollständig überblicken können, steht hier der Arzt in besonderem Maße in der Verantwortung. Er muss entscheiden, ob eine Operation im Einzelfall wirklich helfen kann oder ob sie möglicherweise ein lebenslanges seelisches wie körperliches Trauma verursachen wird. Ein seriöser Facharzt für Ästhetisch-Plastische Chirurgie wird versuchen, in intensiven Gesprächen herauszufinden, welche tieferen Beweggründe den Patienten zu dem gewünschten Eingriff veranlassen und wie realistisch seine Vorstellungen und Wünsche sind. „Der Arzt darf sich nicht allein als Erfüllungsgehilfe des Patienten betrachten, sondern muss den Operationswunsch des Patienten äußerst kritisch beurteilen und Möglichkeiten, Risiken und Grenzen aufzeigen“, betont Dr. Hörl. Ein seriöser Chirurg wird nicht selten „Nein“ sagen.

In besonderem Maße trifft das auf Patienten zu, die unter einer krankhaft gestörten Selbstwahrnehmung leiden. Dazu gehören etwa Menschen mit einer Dysmorphophobie (auch Body Dysmorphic Disorder), die glauben, wegen eines körperlichen Makels hässlich zu sein. Sie halten sich für geradezu entstellt und abstoßend, lehnen sich selbst und ihren Körper ab und haben panische Angst davor, auch von ihren Mitmenschen abgelehnt zu werden. Dabei ist der eingebildete Makel entweder gar nicht oder nur sehr geringfügig vorhanden; die Hässlichkeit existiert ausschließlich in den Augen der Betroffenen, deren Gedanken sich ständig um die angebliche Fehlbildung drehen. Dysmorphophobie ist als psychische Störung anerkannt und kommt bei etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung vor, bei Männern ebenso wie bei Frauen. Die Krankheit kann bedenkliche Folgen haben: In ihrem Selbsthass neigen die Betroffenen oft zu Autoaggressionen, die von eigenen Therapieversuchen (zum Beispiel mit starken Aknemedikamenten) bis hin zum Selbstmord reichen.

Da die Patienten ihren eingebildeten Makel für völlig real halten und glauben, dass nur dessen Beseitigung ihnen helfen kann, suchen sie recht häufig einen plastischen Chirurgen oder einen Hautarzt auf. Auch Dr. Hörl berichtet von Dysmorphophobie-Patienten in seiner Praxis, die eine Operation wünschten. „Das Problem dabei ist: Wenn Patienten mit einer Dysmorphophobie plastisch-ästhetisch operiert werden, besteht die Gefahr, dass sie nach dem Eingriff noch unglücklicher sind als vorher, weil sie auch nach einer Korrektur zwangsweise noch einen Makel entdecken werden.“ Dies kann das Problem zusätzlich verschärfen, so dass die Patienten manchmal schwere Depressionen entwickeln. Dysmorphophobie ist bei ästhetisch-plastischen Operationen daher eine klare Kontraindikation. „Wenn ich merke, dass ein Patient oder eine Patientin vielmehr psychische als körperliche Schwierigkeiten hat, muss ich in meiner Verantwortung als Arzt und als Mensch einen operativen Eingriff ablehnen, denn er würde das Problem nicht dauerhaft lösen“, sagt Dr. Hörl. Stattdessen sollten die Betroffenen unbedingt einen spezialisierten Psychotherapeuten aufsuchen, der die Krankheit durch eine kognitive Verhaltenstherapie und eventuell die zusätzliche Gabe von besonderen Anti-Depressiva (Serotoninaufnahmehemmern) behandeln kann. Für den behandelnden Chirurgen ist es allerdings nicht immer einfach, die Krankheit zu erkennen. Im Zweifelsfall sollte er einen Psychiater hinzuziehen.

26.06.2009 21:34

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