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Insolvenz des Automobilzulieferers ae group endet nach nur vier Monaten

Sanierungsexperte Andrew Seidl strukturiert das Unternehmen völlig neu Gerstungen/ Erfurt.
Am 1. Juli dieses Jahres wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Automobilzulieferers ae group mit sieben Standorten und weltweit rund 1.400 Mitarbeitern eröffnet. Heute endete bereits die Insolvenz vor dem Amtsgericht in Erfurt. In nur vier Monaten führte der Sanierungsexperte Andrew Seidl das Unternehmen erfolgreich aus der Insolvenz. Im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens erarbeitete Seidl das Sanierungskonzept und entschuldete das Unternehmen in atemberaubender Geschwindigkeit: 800 Arbeitsplätze sind gesichert. Insgesamt 11 Banken mussten auf Forderungen in Höhe von 50 Mio. Euro verzichten.

Der Insolvenz des Zulieferers von montagefertigen Aluminium-Druckgussteilen und Komponenten ging ein dramatischer Umsatzrückgang im Rahmen der Krise im Bereich der Automobilwirtschaft voraus. Von den ursprünglich angepeilten 160 Mio. Euro Umsatzerlösen für das laufende Jahr verlor das Unternehmen ganze 50 Prozent. Die Verhandlungen mit den Banken scheiterten. Die Insolvenz der ae group war somit besiegelt.

Von da an bewies Andrew Seidl, was ein modernes Insolvenzplanverfahren, also die Sanierung in Eigenregie, leisten kann. Als Vorstandsvorsitzender auf Zeit definierte er die ae group völlig neu. Die Standorte in den USA und in Schortens wurden ganz geschlossen. Der alte Teil des Standortes Gerstungen wird bis Dezember 2009 ebenfalls geschlossen und die dortige Maschinentechnologie sowie deren Kapazitäten an den nur zwei Kilometer entfernten und viel moderneren Standort Gerstungen/Untersuhl verlagert. Ein kleiner Teil geht an den Standort nach Polen. Am Produktionsort Nentershausen erfolgt eine Teilschließung. Die neue ae group hat somit statt der ursprünglichen sieben Standorte nur noch vier: neben den Werken Polen (197 Beschäftigte), Lübeck (130 Beschäftigte) und Nentershausen (60 Beschäftigte) konzentriert Seidl die Aktivitäten auf den Standort Gerstungen/ Untersuhl, an dem mehr als 400 Arbeitsplätze erhalten bleiben. „Effizienz und Schnelligkeit sind entscheidende Faktoren, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die Kernkompetenz und die Leistungsfähigkeit der ae group haben wir zwar nicht neu erfunden, jedoch völlig neu definiert. Das Lösen der Verlagerungsproblematik, das völlige Entschulden – das Unternehmen wurde von einer Schuldenlast in Höhe von 110 Mio. Euro befreit - und somit das Beenden der Insolvenzsituation innerhalb von nur vier Monaten, ist das Ergebnis eines klugen und marktfähigen Insolvenzplans sowie dessen Durchsetzung,“ betont Andrew Seidl. Damit ist bewiesen, dass der Insolvenzplan auch für Automobilzulieferer das geeignete Mittel der Sanierung ist, was bisher zahlreiche Experten in Zweifel gezogen haben. "Der Insolvenzplan ist par excellence das Sanierungsmittel mit höchster Effizienz, das bei rechtzeitiger und guter Vorbereitung immer zum Erfolg führt," ist Seidl überzeugt.

Für die neue ae group gibt es zur Zeit weitere gute Nachrichten: die Auftragslage hat sich merklich verbessert, was Seidl auf eine langsame Erholung der Branche zurück führt. Dies soll sich auch im Jahresumsatz des kommenden Jahres niederschlagen, den die Unternehmensführung bei 90 Mio. sieht.

Die wichtigsten Kunden der Aluminium-Druckgießerei sind WABCO, ZF, Audi, Mercedes, Jaguar, Porsche, Continental und auch RECARO. Für die Zukunft will der Konzern verstärkt im Bereich der Luftfahrtindustrie als Zulieferer Akzente setzen und somit eine Diversifizierung der Zuliefer-Branchen erreichen.

29.10.2009 17:42

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Andrew Seidl
Rechtsanwalt - Fachanwalt für Insolvenzrecht
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