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Kostenspirale - Trend zu höheren Kostenbelastungen in vielen Fonds

Sankt Augustin, 27. September 2007 Information für die Medien 31 / 07 Kostenspirale

Trend zu höheren Kostenbelastungen in vielen Fonds

Mit Blick auf die Abgeltungssteuer erblicken in diesen Tagen viele neue Fonds das Licht der Welt. Hunderte weiterer Produkte liegen noch in den Geburtswehen und warten bei BAFIN und CSSF auf ihre Zulassungen. Wer sich angesichts der Menge wundert, sollte sich einmal vergegenwärtigen, wie viele Investmentgesellschaften gerade ihre Produktfamilien vervollkommnen, wie viele Vermögensverwalter ihren Kunden noch Mantellösungen stricken müssen, wie viele Strukturvertriebe und Maklerpools sich exklusive Produktlösungen Maß schneidern lassen und wie viele Berater ihre Kunden in einer Fondslösungen bündeln wollen, um sie effizienter handhaben zu können.

So unterschiedlich die verfolgten Strategien und Ansätze der verschiedenen Fonds auch sein mögen, einem großen Teil der neuen Produkte ist ein Umstand gemein: sie weisen höhere Kosten aus, als der Durchschnitt bisher bereits bestehender vergleichbarer Investments. Wo bei Aktienfonds vielleicht sonst eher 1,3 oder 1,5% Verwaltungsgebühr im Verkaufsprospekt stehen, sind es immer häufiger 1,7% und mehr. Bisweilen sind die Kosten in der Weise auf den ersten Blick geschönt, als die Verwaltungsgebühr separat zu einer Service- oder Betreuungsgebühr ausgewiesen wird, was optisch gefälliger ist. Der Betrachter sollte alles zusammen ziehen und stößt dann immer häufiger auch auf Summen jenseits der 1,9 oder bisweilen sogar 2%. Wohl gemerkt: wir sprechen nicht von der TER (Total Expense Ratio = Gesamtkostenbelastung), sondern von den Verwaltungsgebühren. Die TER liegt stets höher, da in möglichen Zielfonds weitere Gebühren die Bruttorendite belasten können, bzw. auch die fixen Kosten des Fonds Berücksichtigung finden, deren Höhe in Abhängigkeit vom Volumen ins Gewicht schlägt.

Aber nicht nur bei den Verwaltungsgebühren wird an der Kostenschraube gedreht. Immer häufiger werden die neuen Fonds obendrein auch noch mit einer erfolgsabhängigen Gebühr (Performance Fee) ausgestattet, mittels derer sich das Management bei Erreichung bestimmter Renditeziele Partizipationsrechte an der Outperformance einräumt. Pauschalaussagen zu diesen Erfolgsbeteiligungen fallen schwer, da der Teufel im Detail liegt. Es ist im Einzelfall zu prüfen, wie der Berechnungsmodus zur Erhebung der Performance Fee aussieht. Ist eine High-Watermark vorgesehen, orientieren sich Hürden an der relativen Outperformance von Vergleichsindizes oder an absoluten Erträgen, wird pro Quartal oder Jahr gerechnet, etc..

Wer nach den Gründen für die höheren Kosten fragt, sollte über die möglichen Vertriebswege von Fonds nachdenken und sich vor Augen halten, dass Investmentgesellschaften keine charitativen Wohlfahrtsverbände sind, sondern Gewinn maximierende Unternehmen. Vertriebe wollen bezahlt und motiviert werden, Investmenthäuser ihre Gewinn steigern. In der Folge werden die Provisionssätze der im Wettbewerb um die Vertriebe stehenden Investmentgesellschaften immer höher und müssen über die Gebührenmodelle finanziert werden. Sollen Berater bewegt werden ihre Bestände umzuschichten, muss das Produkt überzeugen und die Provision oberhalb der aktuellen Produkte liegen. In der Folge steigen die Kosten.

Sind die Fonds neu, kann sich jeder Anleger überlegen, ob er das Kosten-Leistungsverhältnis für gerechtfertigt und gesund erachtet. Schwieriger wird es, wenn in bestehenden Fonds, in denen Anleger bereits investiert sind, nachträglich Gebühren erhöht und/oder Erfolgsbeteiligungen eingeführt werden. Besonders hart wird es, wenn Anleger im Zweifelsfall über die Gebührenerhöhungen nicht informiert wurden, oder sie nicht verstanden haben. Werden die Anteile in Bankdepots gehalten, erfahren viele Inhaber erst mit Zeitverzögerung, gelegentlich sogar überhaupt nicht von den Änderungen, wenn sie nicht selbst aktiv im Internet recherchieren oder ihre Bank befragen.

Beispielhaft für derartige Änderungen seien hier Cominvest und die Ökoworld Lux S.A. angesprochen: Die Cominvest führt für insgesamt 12 ihrer Fonds, darunter auch den Milliarden schweren Klassiker Fondak nachträglich eine Erfolgsbeteiligung von 20% ein, die in jedem Jahr erhoben wird, in dem die Fonds einen höheren Wertzuwachs oder einen geringeren Verlust als ihr jeweiliger Vergleichsindex aufweisen. Die Ökoworld Lux S.A. führt bei ihrem Aktienfonds Ökovision (über 500 Mio. Euro Volumen) nachträglich eine weitere Gebührenkomponente in Form einer Betreuungsgebühr in Höhe von 0,2% ein, womit sich die variablen Kosten nun auf 1,96% addieren und ändert zudem die Erfolgsbteiligung ab. Wurden bisher 0,3% Performance Fee erhoben wenn die Rendite oberhalb 11% lag, werden zukünftig bis zu 10% des absoluten Wertzuwachses des Nettoinventarwertes unter Berücksichtigung einer High Water Mark erhoben. Man darf gespannt sein, was am Ende unter ?bis zu? verstanden wird.

Fazit: Der Trend im Schnitt steigender Kosten der Investmentfonds wird immer deutlicher. Es lohnt sich die Total Expense Ratios der einzelnen Fonds im Auge zu behalten, Umso mehr als die variablen Gebühren immer häufiger in Teilgebühren zerlegt werden und erst addiert werden müssen. Obendrein lässt die TER eines Fonds auch in Zukunft die Erfolgsbeteiligungen und die Transaktionskosten unberücksichtigt. Vertriebe müssen bezahlt werden, Investmentgesellschaften sollen Gewinne erzielen, aber alle Beteiligten sollten sich vergegenwärtigen, das die Kosten die an den Märkten erzielbaren Bruttorenditen belasten und das Kühe, die gemolken werden sollen, auch gefüttert werden müssen.

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Kontakt für die Medien:
Werner Thiemann, Pressesprecher

27.09.2007 11:51

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Drescher & Cie, Gesellschafts für Wirtschaft- und Finanzinformationen mbH

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Paul.W.Thiemann

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