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Umdenken: Hoffentlich bleibt § 173 STGB (Inzestparagraf) für Inzestbetroffene erhalten

"Können Sie sich vorstellen, dass Ihr leiblicher Vater gleichzeitig ihr Großvater ist und Ihre leibliche Mutter dem Vater nach auch (Halb)Schwester? Oder dass durch Bruder-Schwester-Inzest der leibliche Vater gleichzeitig auch Onkel und die leibliche Mutter auch Tante ist?

Für Kinder, die durch Inzest gezeugt und geboren werden, ist dies Realität. Und wenn sie Pech haben, werden sie in 30 bis 50 % aller Inzestfälle mit irreparablen Inzestschäden geboren. Diese treten oft gebündelt auf. Das aber ist vielen Inzesttreibenden und vor allem Inzesttätern egal. Mit den Konsequenzen dieses lebenslänglichen Schicksals haben sie ja nichts zu tun, sondern nur die Inzestbetroffenen. Inzestkinder und Inzestopfer stehen meistens allein, und selbst wenn sie Hilfe erhalten, kann sie niemand von diesem Schicksal befreien".

Deutliche Sätze, Klartext und hohe Aufmerksamkeit seitens eines zahlreich erschienenen Publikums, das am Samstag in Frankfurt einem Vortrag der Autorin und Journalistin Ulrike M. Dierkes lauschte. Dierkes, die auf Einladung zweier Internationaler Selbsthilfegruppen sprach, weiss, wovon sie schreibt und spricht, denn sie ist Vater-Tochter-Inzestkind. Sie hatte das Glück, geistig und körperlich unversehrt geboren worden zu sein, kennt aber die psychischen und physischen Belastungen und den damit verbundenen Leidensweg Inzestgeschädigter aus der täglichen Arbeit ihres seit mehr als zehn Jahren gemeinnützig anerkannten Vereines M.E.L.I.N.A Inzestkinder/Menschen aus verGEWALTigung e.V.

Inzestopfer mit inzwischen verstorbenem Inzestkind

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"Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht" sagte ein Anwesender sichtlich gerührt in der anschließenden Fragerunde, "jetzt denke ich anders darüber!".

Keine Einzelreaktion, wie die Referentin aus vielen Gesprächen mit PressekollegInnen und PolitikerInnen weiss, denn Nichtwissen schützt nicht und schlussendlich kommt die Gesamtgesellschaft, ob sie dies will oder nicht, für die Folgen und Folgekosten auf.

Mit Moral, so Dierkes, habe dies alles nichts zu tun, Moral ist kein Argument, auch nicht zur Abschaffung des § 173 STGB, sie könne nur sachlich informieren und die bestätigenden und warnenden Stimmen von Humangenetikerinnen weitergeben.
Und Inzest ist nunmal eine Zeitbombe, die noch drei Generationen später fürchterliche Inzestschäden anrichten kann.

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Inzestopfer mit inzwischen verstorbenem Inzestkind
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10.03.2008 15:26

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